Julian Hundt
Betroffene Person

Julian Hundt

Lehrer

Julian Hundt wurde wegen politischer Äußerungen vom Schuldienst ausgeschlossen. Trotz Einstellung des Strafverfahrens besteht sein Dienstverbot fort – ein Fall zwischen Meinungsfreiheit und politischer Repression.

Über die Person

Hessen, Rheinland-Pfalz

Stand des Verfahrens: Dienstverbot besteht fort; Strafverfahren eingestellt
Beginn des Dienstverbots: Oktober 2025
Beruf: Lehrer für Mathematik und Informatik
Arbeitgeber/Institution: Land Hessen
Ort: Rüsselsheim am Main

Links zum Fall:

Lehrer zwangsbeurlaubt wegen Israel-Kritik (TRT, Mai 2026)

Berufsverbot für Staatsräson? (etos.media, Juni 2026)

Meinungsfreiheit im Fokus: Der Fall des Lehrers Julian Hundt (Telepolis, Juli 2026)

Über die Person

Julian Hundt ist Lehrer für Mathematik und Informatik und ist seit 2015 im Schuldienst tätig. Vor dem Dienstverbot beschreibt er seine berufliche Tätigkeit als erfolgreich und ohne dienstliche Beanstandungen. Er war unter anderem am Aufbau eines neuen Schulstandorts beteiligt und als IT-Beauftragter und IT-Innovator tätig. 2021 wurde er zum Oberstudienrat befördert.

Im Oktober 2025 wurde Hundt aufgrund politischer Äußerungen auf seinem privaten Instagram-Account vom Schuldienst ausgeschlossen und mit einem Dienstverbot belegt. Die Behörde warf ihm vor, durch Äußerungen zum Krieg in Gaza und zur deutschen Unterstützung Israels gegen dienstliche Pflichten verstoßen zu haben. Gegen ihn wurde zudem wegen des Verdachts der Volksverhetzung nach § 130 StGB ermittelt. Das Strafverfahren wurde im Juli 2026 nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt; zu einer strafrechtlichen Verurteilung oder Anklage kam es nicht.

Das Dienstverbot besteht dennoch fort. Hundt bestreitet, Schülerinnen und Schüler politisch beeinflusst oder seine dienstlichen Pflichten verletzt zu haben. Im Unterricht habe er politische Themen insbesondere dann aufgegriffen, wenn Schülerinnen und Schüler selbst darüber sprechen wollten. Als Grundlage seines pädagogischen Handelns verweist er auf den Beutelsbacher Konsens.

Seit Oktober 2025 darf Hundt nicht mehr unterrichten und keinen Kontakt zu seinen Schülerinnen und Schülern haben. Nach eigenen Angaben hat er seit Januar 2026 wiederholt um ein persönliches Gespräch mit den zuständigen Behörden gebeten, ohne dass es bislang dazu gekommen sei. Im September 2026 protestierte er vor dem Hessischen Kultusministerium gegen das fortbestehende Dienstverbot.